ReifenReparatur

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Immer wieder kommt im Forum die Kontroverse um die Möglichkeit einer Reifeninstandsetzung auf. Viele sind aufgrund von Falschinformationen dazu geneigt, dies kategorisch abzulehnen oder zumindest die Durchführbarkeit solcher Reparaturen an Hochgeschwindigkeitsreifen zu bezweifeln. Ihre Fachkenntnisse entnehmen die Kritiker allerdings dem allgemeinen Hörensagen oder beziehen sich auf schlecht geschulte Händler, die lieber 2 neue Reifen (denn die ganze Achse muss dann erneuert werden!) verkaufen, als den Kunden fachgerecht zu bedienen. Um hiermit den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, habe ich bei der Firma Tip Top Stahlgruber, die neben vielen nützlichen Dingen für unsere Autos - nämlich Original Ersatzteilen - auch Produkte für den Reifenfachhandel im grossen Stil vertreibt, mal nachgefragt, wie es sich denn verhält mit der Durchführbarkeit und der gesetzlichen Grundlage von Reifeninstandsetzungen. Und hier die Antwort des zuständigen Produktmanagers:


Sehr geehrter Herr Metz,

gerne geben wir Ihnen Auskunft und Hinweise auf die aktuellen gesetzlichen Regelungen in Deutschland.

Auch wir machen immer wieder die Erfahrung, dass alte Gerüchte besser bekannt sind als aktuelle Regelungen und Gesetze. Selbst unter „Fachleuten“ im Reifenfachhandel gibt es die tollsten Aussagen zum Thema Reparatur von Reifen. Hier eine Kostprobe die ich persönlich während einer Marktstudie zu hören bekam: „H und V repariert keine Sau!“

Die aktuelle Grundlage ist eine detaillierte Ergänzung zum §36 StVZO vom März 2001 aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Richtlinie hat den Namen „RICHTLINIE FÜR DIE INSTANDSETZUNG VON LUFTREIFEN“ und die Dokument Nr. B3620. Man kann dieses Dokument beim Verkehrsblatt-Verlag Borgmann GmbH & Co KG, Hohe Strasse 39 in 44139 Dortmund bestellen. Internet www.verkehrsblatt.de, Telefon 0180-534 01 40, Fax 0180 534 01 20.

In der Anlage ein kleiner Auszug aus dieser Richtlinie für Sie und ihr Forum.

Grundsätzlich sagt die Richtlinie und der §36 StVZO (Absatz 5 wurde zugunsten der Richtlinie gestrichen) nichts zum Thema Geschwindigkeitsindex der reparierten Reifen aus. Das bedeutet es gibt keine gesetzliche Beschränkung in dieser Hinsicht. Absatz 3.2 enthält allerdings einen Satz, der auf Beschränkungen durch den Reifenhersteller hinweist. „Die Informationen des Reifenherstellers zur Reifeninstandsetzung sind dabei zu beachten.“. Wenn es also schriftliche und der Allgemeinheit zugängliche Aussagen des Reifenherstellers gibt, dann könnten so weitere Einschränkungen für bestimmte Reifen hinzukommen.

In der Richtlinie wird nur die Schadengröße teilweise eingeschränkt und zwar bezogen auf die Fahrzeugkategorie.So dürfen Reifen von Krafträdern im Laufflächenbereich bis maximal 6mm Schadensausdehnung mit Kombi-Reparaturkörpern (z.B. Minicombi) durchgeführt werden. Außerhalb des Laufflächenbereichs dürfen Kraftradreifen nicht repariert werden.

Bei PKW-Reifen gilt für Laufflächenschäden und Kombi-Reparaturkörper das Gleiche wie bei Kraftradreifen, aber außerhalb der Lauffläche sind Reparaturen durch Vulkanisation auch erlaubt.

Die Richtlinie fordert in jedem Fall das Reinigen der Schadenstelle (Absatz 3.4) und ein Verschließen des Schadenskanals und das Anbringen eines Reparaturpflasters auf der Reifeninnenseite (Absatz 4). Damit sind Abdichtungen durch das Einschieben eines Gummipfropfens von außen her verboten.

Ansonsten ist den Anweisungen des Herstellers des Reparaturmaterials zu folgen. (Siehe Absatz 3.3 der Richtlinie). Dafür liegen unserem Reparaturmaterial je Packung gedruckte Anleitungen bei.

Wir hoffen damit die Unklarheiten beseitigt zu haben und freuen uns darauf demnächst Ihre Hinweise und Kommentare auf der Homepage Ihres Forums lesen zu können.

Vielen Dank für Ihr Interesse an dem Thema Reifenreparatur.

Mit freundlichen Grüßen,


TIP TOP Stahlgruber; i.A. D.Witt (Produktmanager TRM)



Die angehängten Gesetzestexte findet ihr im nachfolgendem Link zu einem Beitrag. [Gesetzestext Alt+Neu]






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