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[8P] Fragen zum Öl für Getriebe, Diff und Haldex

Letzte Änderung am 03.12.2018 11:41 Uhr


S3Turbo

A3 / A6 1.8 APG / 3.0TFSI CA
Bj. 2000 / 2009

05.11.2014 10:05 Uhr

Hallo,

da ich im Forum leider noch nicht allzuviel zu diesem Thema lesen konnte wollte ich mich mal schlauch machen.

Ich möchte alle Öle bei meinem S3 8P Wechseln.
Sprich, Getriebeöl, Winkelgetriebe, Haldex und Differential.

Kann mir jemand die Füllmengen angeben?
Außerdem welche Öle ich verwenden soll?
Gibt es bestimmte Dinge zu beachten, wie z.B. das Winkelgetriebe?

Habe damals bei meinem S3 8L guter Erfahrungen mit den Castrol transaxle 75W90 gemacht.
Kann dieses wieder verwendet werden?

Sollten hier gute Infos zusammen kommen, könnte man über einen zusammenfassung in der Wiki nachdenken?!

Besten Dank

Pik

S3 8P BHZ
Bj. 2007

03.12.2018 10:45 Uhr

Ein noch unverseuchter Thread, mit schönem Namen. Begünstigt durch meinen Spätdienst, dem daß alle schon raus sind und dem Teufel der hier auf der Baustelle daneben los ist... :) Und der immer weiter steigenden Erfahrung. Gelegenheit eine Fibel draus zu machen.
Schon damals war das meiste weniger auf Materialschonung als auf Verbrauchsreduzierung gemacht. Gilt auch für die Öle.
Und vor allem: Das Öl im Schaltgetriebe und Winkelgetriebe ("Kegelrad") ist nach 80-90Tkm abgerockt. Ab da baut die Schutzwirkung rapide ab. Egal welches Öl ihr wählt -> Das gilt übrigens für Öle die in der Beschreibung was von "Langzeit..." erzählen. Das Öl im Diff hinten ist weniger belastet. Das kann man auch bei 120Tkm wechseln. Nur, wenn man eben eh schond abei ist... ;)
Das zu Haltbarkeit. Niemals niemandem etwas anderes glauben.

Im Schaltgetriebe ist spätestens seit dem Facelift ein 75W drin. Nicht 75W-80, wie viele (auch ich früher) denken/gedacht haben. Hier arbeiten übrigens Materialschonung vs. Verbrauchsreduzierung auch noch mit und gegen die Schaltbarkeit. Dadurch ist das ein recht schwieriges Thema, sobald man kein 75W fahren will (was ich auch empfehle, kein solches nur zu nehmen).
Genommen werden sollten Öle nach "GL-4+". Bei verschiedenen Herstellern auch "GL-4/GL-5" genannt. Das sind von der Rezeptur her (Additive) eigentlich GL-5 Öle, bei welchen die Zusätze fehlen welche bei den s.g. Buntmetallen - die oft in Schaltgetrieben mitverwendet werden - die Oxidation stark beschleunigen. GL-4+ ist eine Klasse vorwiegend für Frontantriebe wo das Va-Diff mit im Getriebeöl badet. Wie bei uns. Das Schaltgetriebe selbst würde mit GL-4 auskommen.

Das Castrol V FE 75W-80 ist empfehlenswert. Stand 12.2018 ohne wenn und aber ein Spitzenöl. Kann man für alle 6gang direkt empfehlen.
Für alles was unter 250Nm hat (subjektiv) kann man auch das Ravenol MTF-3 empfehlen. Ebenfalls ein absolutes Spitzenöl. Warum bis 250Nm? Mir sind die reinen 75W persönlich nicht nur im S3 zu dünn. Die Schaltbarkeit ist zwar hervorragend, ich traue den Wasserchen aber nicht so ganz was Materialschutz bei höheren Drehmomentan angeht. Jedenfalls nicht, wenn das Getriebe nach VAG-Pflichtenheft gemacht ist.
Für mich kann das was sich beim Laternenparker (oder halt nach einer >5h Standzeit) bei -5°C sofort ab den ersten Metern super schalten lässt, nicht das sein was bei 30°C auf der Autobahn/100-Landstraße noch sehr gut schützt. Das ist Physik/Chemie des Universums ;) und da lässt sich auch nichts zaubern.

Persönliche Empfehlung was den Spagat für ein Optimum aus allem halbwegs gut hinbekommt wäre meinerseits ein Mix. Getriebeöle einer Klasse können wie Motoröle problemlos gemischt werden. Dazu hat Ravenol bisher schönes im Programme. Man kann deren MTF-3 mit dem VSG (75W-90, GL-4+) zusammen kippen. In etwa 60:40. Du Befüllung bei 2.6L Getrieben als Mix ist denkbart einfach: Erste Flasche MTF-3, zweite Flasche VSG, dritte Flasche wieder MTF-3 bis voll.
Das wird aktuell in einem 150PS/320Nm Tdi und einem GTI6 gefahren und es gibt auch kalt keinerlei nenneswerte Schaltprobleme damit.

Pik

S3 8P BHZ
Bj. 2007

03.12.2018 11:41 Uhr

Winkelgetriebe (Kegelrad) / Ha-Diff Je ~0.96L. Mit jeweils 1L kommt man also aus.

Ungleich einfacher :) Beim 8P wuselt das Winkelgetriebe im eigenen Öl. Man kann also für beides ein GL-5 seiner Wahl nehmen.
Mir persönlich ist bei einem Ganzjahres_Auto ein 75W-140 zu dick. Jedenfalls für die Konstruktion die bei den PQ35/MQB Platformen genutzt wird. Ich hatte das mal im Diff und ich hab nach paar Monaten im Winter dann (ausgekühlt) beim Losfahren/Ausparken immer ein kurzes leises Knatschen hinten vernehmen können. Das war davor wie danach nicht da.

Bisher nie das SDS von der Werksbefüllung gesehen, also auch keine Ahnung was sie da einfüllen. Die Ölfinder empfehlen meist 75W-90. Daher meinen die Leute das ist auch ab Werk drin. Ich weiß es nicht.
Sonst verhält sich das bei mir aber wie mit dem Schaltgetriebeöl. Grad beim S3 und vor allem, wenn die Werksleistung noch erweitert wurde... 75W-140 ist aber schon ERHEBLICH dicker als 75W-90. Egal bei welchen Temperaturen. Bei weniger als 10°C erst recht (!)

Mir fiel vor einiger Zeit aber auf, daß einige Hersteller noch eine Klasse dazwischen anbieten. 75W-110. Mir waren sie alle aber auch entweder noch zu dick gegenüber 75W-90 oder sie waren nicht Vollsynthetisch. So kam ich wieder zu einem Mix.
Hier auch mit 60:40 und zwar mit den Castrol Syntrax 75W-90 und 75W-140.
Damals wie heute fällt mir dazu noch nichts besseres ein, wozu es auch einen gewissen Erfahrungspool gibt.

Additive
Solange man kein Diff_sperren fährt, ergo auf eine Konstante Limited Slip Eigenschaft des Öls angewiesen ist, kann man sich hier recht frei entfalten. Im Schaltgetriebe wie in den beiden hier. Und auch viel unnützen bis schädlichen Quark veranstalten.

Nur gute Erfahrungen sind hier gemacht worden mit: 1% LecWec und 2-3% Wagner MicroCeramic (hexagonales Bornitrid).
Und LiquiMoly GearProtect. Von dem wenig und daher nicht so einfach dosierbar. Für Laien (nicht abwertend gemeint) empfehle ich einfach einen halben Teelöffel jeweils zu Winkelgetriebe/Diff und einen ganzen beim Schaltgetriebe.

Da alle 3 kein Schnappes sind kann man wenigstens LecWec und MicroCeramic in gleichen Konzentrationen auch beim Motorölwechsel nutzen. Es ergeben sich nur Vorteile dadurch.

Ich verteufel damit keine sonstigen/restlichen Additive auf dem Markt, persönlich kann ich aber nichts davon empfehlen.

Beitrag wurde am 03.12.2018 11:43 Uhr von Pik bearbeitet

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